Berichte aus der Landesgruppe NRW

Unsere Schriftführerin Beate Schweitzer (BS) berichtet seit vielen Jahren regelmäßig in der Verbandszeitschrift des GSV über Aktuelles aus Nordrhein-Westfalen. Hier werden die Beiträge der vergangenen Zeit zum Nachlesen gesammelt. Wie es die Zeit und Lust des "Webmasters" erlaubt, werden hier immer wieder auch ältere Beiträge hinzugefügt. Man muss nämlich nicht immer wieder alles neu formulieren - manchmal reicht es einfach, an alte Berichte zu erinnern ..
(BB)
Aktuell::
September 2006
Umfassende Veränderungen
– Landesregierung ignoriert Ratschläge von Experten

 

 
 

Archiv:

Februar 2006
Rückfall in die bildungspolitische Steinzeit – 
Koalition legt neues Schulgesetz vor 

November 2005
Abschaffung der Schulbezirke 2008 – 
Landesregierung konkretisiert bildungspolitische Pläne

September 2005
CDU/FDP - Was ändert sich für die Grundschule?

Mai 2005
Mitgliederversammlung

Februar 2005
Vera 2004 / Einladung zur Mitgliederversammlung

November 2004:
Schulleitungsfachtagung  

August 2004
Nachruf auf Beatrix Lumer / Gespräch der LG im MSKJ

 

 
     

 

GSV-Aktuell: September 2006

 
 

Umfassende Veränderungen
– Landesregierung ignoriert Ratschläge von Experten

In NRW starten die Grundschulen in diesem Schuljahr unter erheblich veränderten Bedingungen. Der Landtag hat ein neues Schulgesetz beschlossen, das zum 1. August 2006 in Kraft tritt. Gleichzeitig gibt es eine neue Ausbildungsordnung für die Grundschule.
Hier eine Liste der wesentlichen Maßnahmen für die Grundschule:

Die Übergangsempfehlung wird verbindlicher.
Auf dem Halbjahreszeugnis ist neben der Gesamtschule eine Schulform zu benennen, für die das Kind geeignet ist. Daneben kann eine weitere Schulform genannt werden, für die das Kind „mit Einschränkungen“ geeignet ist. Kinder, die an einer Schule angemeldet werden, für die sie laut Grundschulempfehlung weder geeignet noch mit Einschränkungen geeignet sind, müssen an einem „Prognoseunterricht“ teilnehmen. Wird als dessen Ergebnis einstimmig festgestellt, dass das Kind für die Eignung für die gewählte Schulform offensichtlich ausgeschlossen ist, wird das Kind nicht zum Besuch der Schule der gewählten Schulform zugelassen“.

Kleine Grundschulen mit weniger als acht Klassen sollen mittelfristig zu Teilstandorten von Grundschulverbünden umgewandelt werden. Schulleitung und Fachlehrer werden dann problemlos zwischen zwei Einsatzorten pendeln können.

Das Einschulungsalter wird allmählich gesenkt und so für eine Reihe von Kindern die Lernzeit in der Kindertageseinrichtungen verkürzt;

Sprachstandsmessungen zwei Jahre vor der Einschulung (also auch bei Kindern, die nicht einmal vier Jahre alt sind) werden von Grundschullehrern durchgeführt und führen ggf. zur Verpflichtung zum Besuch eines vorschulischen Sprachkurses. Als Ergebnis sollen alle Kinder zu Beginn der Grundschulzeit so viel Deutschkenntnisse besitzen, dass sie dem Unterricht folgen können. – Die Testverfahren und die Methoden und Inhalte dieser Kurse sind noch nicht bekannt.

 Die Schulkonferenz kann entscheiden, ob in der Schuleingangsphase jahrgangsübergreifende Lerngruppen gebildet werden.

Für die Individuelle Förderung der Kinder kann eine Grundschule „Lernstudios“ einrichten. Etwa 600 Sozialpädagogen aus den ehemaligen Schulkindergärten stehen den ca. 3500 Grundschulen im Lande dafür zur Verfügung. Die Förderung im „Lernstudio“ ist für die Kinder keine zusätzliche Lernzeit, sondern soll parallel zum Unterricht des Klassenverbandes angeboten werden. Genaueres zum Konzept ist bisher noch nicht bekannt.

 Es bleibt dabei, dass es innerhalb der Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2) keine Leistungsbewertung mit Ziffernnoten gibt. Allerdings soll bereits das Versetzungszeugnis in die Klasse 3  Noten in den Fächern enthalten.

Ab 1.2.2009 gibt es Englischunterricht bereits in Klasse 1, ab Sommer 2010 werden auch in Englisch schriftliche Klassenarbeiten zu schreiben und zu benoten sein.

Die bisherige  Beschreibung des Arbeits- und Sozialverhaltens wird in Klasse 2 und 3 durch zwei „Kopfnoten“ in Arbeits- und Sozialverhalten erweitert; in Klasse vier gibt es sechs Kopfnoten, nämlich „Noten für das Arbeitsverhalten in den Teilbereichen Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt und Selbständigkeit und Noten für das Sozialverhalten in den Teilbereichen Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit. Die Notenstufen heißen „sehr gut“, „gut“, „befriedigend“ und „nicht befriedigend“.

Die Übergangsempfehlung wird verbindlicher.
Auf dem Halbjahreszeugnis ist neben der Gesamtschule eine Schulform zu benennen, für die das Kind geeignet ist. Daneben kann eine weitere Schulform genannt werden, für die das Kind „mit Einschränkungen“ geeignet ist. Kinder, die an einer Schule angemeldet werden, für die sie laut Grundschulempfehlung weder geeignet noch mit Einschränkungen geeignet sind, müssen an einem „Prognoseunterricht“ teilnehmen. Wird als dessen Ergebnis einstimmig festgestellt, dass das Kind für die Eignung für die gewählte Schulform offensichtlich ausgeschlossen ist, wird das Kind nicht zum Besuch der Schule der gewählten Schulform zugelassen“.

Die Landesgruppe des Grundschulverbandes hat seit den ersten Ankündigungen der Koalition aus CDU und FDP massiv darauf hingewiesen, dass die geplanten Veränderungen in keiner Weise zur Weiterentwicklung der Grundschule beitragen sondern eher Schritte zurück darstellen in die Zeit vor der Grundschulreform von 1969!

Damit waren wir nicht allein – nicht zuletzt die Serie von Anhörungen im Landtag hat deutlich gemacht, dass CDU und FDP mit ihren bildungspolitischen Auffassungen weitgehend allein da stehen. Obwohl Eltern- und Lehrerverbände, Gewerkschaften und eben auch der GSV erhebliche Bedenken vortrugen, wurden die Regelungen beschlossen.

Die Landesregierung hat in den Schulferien einen persönlichen Brief an jede einzelne Lehrerin und jeden einzelnen Lehrer geschickt, in dem Ministerpräsident Rüttgers und Schulministerin Sommer am Ende eines dreiseitigen Schreibens „um Unterstützung für diese umfassende Schulreform“ bitten. In den Wochen zwischen und Sommer- und Herbstferien reisen die Ministerin und ihr Staatssekretär durch das Land, um in vielen knapp zweistündigen Veranstaltungen Schulleitungen, Lehrerräte und Schulpflegschaften über die Neuregelungen zu informieren.

Es kann mit Recht bezweifelt werden, ob solche Informationen geeignet sind, bei den Beschäftigten Verständnis für diese Fülle von bildungspolitischen Fehlentscheidungen zu wecken.

Für die Landesgruppe NRW –
Baldur Bertling, Pressesprecher
 

 

Zur Seitenübersicht

GSV-Aktuell: Februar 2006

Rückfall in die bildungspolitische Steinzeit – 
Koalition legt neues Schulgesetz vor 

 

Auf die bisher bekannt gewordenen Absichten der CDU/FDP Landesregierung sollen nun durch die Vorlage eines „Eckpunktepapiers“ zum neuen Schulgesetz auch die entsprechenden Taten folgen. Für die Grundschule bedeutet dies einen vehementen Rückschlag für alle diejenigen, die sich beharrlich und mit Mut, Fantasie und Engagement für eine kindgerechte Grundschule eingesetzt haben!

In einer Presseerklärung bezieht die Landesgruppe Position zu drei geplanten Änderungen. Jede einzelne dieser Maßnahmen widerspricht schon für sich genommen all dem, was die Reformen der vergangenen Jahrzehnte an positiven Entwicklungen bewirkt haben. Zusammen bedeuten sie den Einstieg in eine bildungspolitische Restauration.

  Ziffernnoten, die bisher in Klasse 3 eingeführt wurden, sollen nun schon ab Klasse 2 verbindlich werden. Damit wird der Leistungsvergleich in jeder Klasse verschärft.  Kinder werden dann schon in den Anfangsjahren nicht an ihrem eigenen  Lernzuwachs gemessen sondern am Vergleich mit ihren Mitschülern. In jahrgangsgemischten Klassen wird diese pädagogische Fahrlässigkeit besonders deutlich!

 

Schulleistungsdaten, die aus Vergleichsarbeiten (VERA) in den Schulen gewonnen  werden, sollen veröffentlicht werden. Aktuell plant die Ministerin entgegen aller Vereinbarungen und wider besseren Wissens über die Aussagekraft der Ergebnisse die Veröffentlichung der zwanzig besten Schulklassen aufgrund der landesweiten Vergleichsarbeiten in Klasse 4!

Im Kontext der Auflösung der Schulbezirke heißt dies: Eltern, die es sich leisten können, werden ihre Kinder an den Schulen anmelden, an denen sich die leistungsstarken Schüler konzentrieren. Die Schulen, die unter schwierigeren Bedingungen pädagogisch qualifizierte Arbeit leisten, werden die Verlierer sein  - und mit ihnen die Kinder.

 

Dazu passt, dass die Elternbeiträge für die offene Ganztagsschule angehoben werden. Sie soll zu einem „attraktiven und hochwertigen Angebot“ entwickelt werden, das auf gezielte individuelle Förderung der Kinder ausgerichtet ist. Da ist sogar von „Förderangeboten für besonders Begabte“ die Rede. Bewirken sollen das  zusätzliche Lehrerstunden, die allerdings nicht allen Steuerzahlern zu Gute kommen, sondern das Bildungsangebot nur für jene verbessern, die bereit und in der Lage sind, die Beiträge für den offenen Ganztag zu zahlen.

Der Grundschulverband fürchtet, dass all diese Maßnahmen kein - begrüßenswerter -  Einstieg in eine steuerfinanzierte Ganztagsschule sind, sondern zu einer „Zwei-Klassen-Schule“ führen werden: Auf der einen Seite die gute Schule mit intensiven Angeboten am Nachmittag und hohen Übergangsquoten auf das Gymnasium und auf der anderen die einfache Schule für das Volk - ergänzt lediglich mit preiswerten Betreuungsangeboten.

Der Grundschulverband erinnert daran, dass die Grundschule insgesamt das eigentliche Erfolgsmodell im deutschen Bildungssystem ist. Während bei PISA die 15jährigen schlecht abgeschnitten haben, lagen die Grundschüler im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld.

Eigentlich müsste doch nun alles daran gesetzt werden, die Leistungsfähigkeit der Grundschule auszubauen, das bedeutet vor allem, die Abhängigkeit der Schulleistung von der sozialen Herkunft zu vermindern.

Was die Landesregierung vorhat, bewirkt aber das genaue Gegenteil! Schulministerin Sommer beteuert unablässig, das Wohl eines jeden Kindes sei das Maß ihres Handelns. Mit ihren Plänen entpuppt sich dieser Anspruch als pure Sprechblase.

Weitere Informationen: hier auf dieser Internetseite - Aktuell

(für die Landesgruppe: Beate Schweitzer)

 

Zur Seitenübersicht

GSV-Aktuell: November 2005

Abschaffung der Schulbezirke 2008 –

Landesregierung konkretisiert bildungspolitische Pläne

Die in den Koalitionsvereinbarungen angekündigten bildungspolitischen Pläne der CDU/FDP Regierung beginnen sich zu konkretisieren. Mit der für 2008 vorgesehenen Abschaffung der Schulbezirke wird die wohnortnahe Grundschule als ein über lange Zeit zentrales und bewährtes Steuerungselement der Bildungsgerechtigkeit aufgegeben.

Die Landesgruppe sieht darin ein gänzlich untaugliches Mittel zur angestrebten (und durchaus auch sinnvollen) Förderung der Profilbildung der einzelnen Schule. Durch die ungleichen Rahmenbedingungen „vor Ort“ wird es zu einer Verschärfung der Diskrepanz zwischen angeblich „guten“ und „schlechten“ Schulen kommen. Um solche Entwicklungen zu verhindern, hat die Landesregierung eine bessere Ausstattung der Schulen mit besonderem Förderbedarf angekündigt – angesichts der unzureichenden finanziellen Ressourcen im Bildungshaushalt kann dies wohl eher als wohlklingende Absichtserklärung verstanden werden.

Darüber hinaus entfällt mit dieser Entscheidung für die Kinder einer Schule die Möglichkeit eines fußläufigen gemeinsamen Schulwegs – aus grundschulpädagogischer Sicht ein unverzichtbares Element um die Entwicklung der Selbständigkeit von Kindern zu fördern und Schule als Gemeinwesen im Stadtteil zu verankern.

Diese und weitere geplante Maßnahmen (u.a. Einführung der Noten in Klasse 2, Kopfnoten, Schulranking) werden Vertreter der Landesgruppe und des Schulministeriums in einem Gespräch am 26. Oktober erörtern – der GSV wird dabei seine Position deutlich herausstellen!

Weitere detailliertere Informationen zu aktuellen bildungspolitischen und pädagogischen Fragen finden sich auf unserer homepage.

(BS)

 

Zur Seitenübersicht

GSV-Aktuell 91: September 2005

CDU/FDP-Koalition: Was ändert sich für die Grundschule ? 

Im Zuge des Regierungswechsels nach der Landtagswahl im Mai zeichnen sich für die Grundschule teilweise einschneidende Veränderungen ab. Auch wenn bislang die Aussagen noch eher vage bleiben - die bekannt gewordenen Intentionen von CDU und FDP stehen in krassem Gegensatz zu der bislang erfolgreichen Arbeit der Grundschule:

Aufhebung der Schulbezirke: Eine Aufhebung der Schulbezirke würde - im schlimmsten Fall in der Verbindung mit öffentlichen Leistungsvergleichen zur sozialen Desintegration führen und das Gefälle zwischen bildungspriilegierteren und bildungsbenachteiligteren Kindern verstärken. Die nach PISA geforderten Bemühungen um einen deutlichen Abbau der Korreliation wischen sozialer Herkunft und Bilungschancen würden damit konterariert.

Zensuren ab Klasse 2, Kopfnoten für Arbeits- und Sozialverhalten: Wider allen Erkenntnissen aus Untersuchungen über die Effektivität solcher Maßnahmen wird ein Rückschritt in die pädagogische Steinzeit gefordert. Dass Noten kein taugliches Instrument für eine pädagogisch fundierte Leistungserziehung darstellen, sollte mittlerweile hinreichend bekannt sein.

Einschulung ab fünf Jahren, Englisch ab Klasse 1: Angesichts der derzeitigen personellen und materiellen Ressourcen in der Grundschule erscheinen solche - je nach Umsetzung sicherlich durchaus sinnvolle Überlegungen - wenig realitätsbezogen. Die im Wahlkampf versprochene Einstellung von 4000 neuen Lehrerinnen und Lehrern lässt derzeit noch auf sich warten.

Der Grundschulverband hat sich bereits mehrfach kritisch zu den angekündigten Änderungen geäußert und sucht nun das Gespräch mit der neuen Schulministerin BARBARA SOMMER, um den bisherigen Dialog auch in einer veränderten politischen Situation fortzuführen.

(BS)

Zur Seitenübersicht

GSV-Aktuell Nr. 90: Mai 2005
Text auf anderer Seite

 

GSV-Aktuell Nr. 89: Februar 2005

Vergleichsarbeiten in Klasse 4

Im September schrieben alle Schülerinnen und Schüler der Klassen vier Vergleichsarbeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik. Gab es bereits im Vorfeld zur Konzeption und Zielsetzung kritische Fragen, so verstärkte sich diese Kritik nach der Durchführung: Neben der ungenügenden Absicherung der Rahmenbedingungen (hoher Zeitaufwand, hoher Materialaufwand, unklare und nicht abgestimmte Informationen zum Vorgehen) erscheint insbesondere der inhaltliche Ansatz fragwürdig: So widersprechen z.B. wesentliche Teile der Aufgaben in Deutsch den Anforderungen der aktuellen Fachdidaktik und den Aussagen der gerade neu (!) zu erprobenden Lehrpläne, indem schriftlicher Sprachgebrauch ohne Sinnzusammenhang und ohne die Möglichkeit zur Überarbeitung des Textes geprüft wird; Rechtschreibkompetenzen mittels Diktaten und nicht z. B. die Fähigkeiten zum Gebrauch von Wörterbüchern erfasst werden. Für den Bereich der Unterrichtsentwicklung besteht somit die große Gefahr, dass tradierte und noch zu überwindende didaktisch-methodische Vorgehensweisen auf diesem Wege wieder Gewicht gewinnen.
Diese und andere Fragwürdigkeiten wird der Landesvorstand im Januar in einem Gespräch mit Vertretern des Ministeriums erörtern.

Am 12. März findet die Mitgliederversammlung statt, zu der der Vorstand herzlich einlädt. Als Alternative und notwendige Korrektur zu den oben beschriebenen Leistungsfeststellungen soll hier in zwei Workshops ein vom Grundschulverband entwickeltes Konzept zur pädagogischen Leistungskultur vorgestellt werden.

(für die Landesgruppe: BEATE SCHWEITZER

Zur Seitenübersicht

GSV-Aktuell Nr. 88: November 2004

Schulleitungsfachtagung „Teamentwicklung“

Zu Beginn der Sommerferien fand die mittlerweile schon traditionsgemäße Schulleitungsfachtagung des GSV NRW statt – diesmal wieder in Kronenburg in der Eifel.

Mit den beiden bereits aus den Vorjahren bekannten und geschätzten Moderatoren

Dr. Kirsten Mattern und Thomas Rimmasch erarbeiteten die ca. zwanzig Teilnehmer/innen Grundgedanken zur Teamentwicklung. Diese wurden dann übertragen auf mögliche Realisierungsformen durch entsprechende Organisationsstrukturen im eigenen System – auch auf der Schulleitungsebene. Darüber hinaus wurde der Umgang mit Widerständen erprobt und reflektiert. Neben der intensiven fachlichen Arbeit gab es immer wieder, insbesondere am Abend bei einem Glas Wein, Gelegenheit zum Austausch, den alle Teilnehmer/innen als sehr bereichernd empfanden. Diese anregungsreiche Zeit in einer angenehmen Umgebung und Atmosphäre war ein guter Start in die Ferien. Aufgrund des allgemeinen Wunsches nach Fortsetzung wird voraussichtlich die Fachtagung im nächsten Jahr mit den gleichen Referenten stattfinden.

(BS)

 

Zur Seitenübersicht

GSV-Aktuell: August 2004

Nachruf auf Beatrix Lumer: 

Der Landesvorstand trauert um Beatrix Lumer, die im April 2004 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Sie hat über lange Zeit die Arbeit der Landesgruppe NRW begleitet und unterstützt. In den letzten Jahren war sie in ihrer Funktion als Professorin an der Universität Essen und als Mitglied des Vorstandes zuständig für die Bereiche Hochschule und Lehrerbildung. Mit ihrem Sachverstand, ihrer Freundlichkeit, ihrem organisatorisches Geschick und ihren weit reichenden Verbindungen hat sie den Interessen der Grundschule in NRW gedient. Wir halten sie dankbar in Erinnerung. 

    

Gespräch des Landesvorstands im Ministerium für Schule, Jugend und Kinder 

Im Rahmen der Entwicklung und Erprobung von länderübergreifenden Lernstandserhebungen werden Ende September zentrale Vergleichsarbeiten in den Fächern Mathematik und Deutsch in den vierten Schuljahren durchgeführt. In einem kritisch-konstruktiven Gespräch mit Vertreten des Ministeriums trug der Landesvorstand seine Fragen und Bedenken zu den bislang bekannten Teilen des Verfahrens vor:  

So gibt es erhebliche Bedenken hinsichtlich des gewählten Zeitpunkts: Durch die große Nähe der Testergebnisse zu den Übergangsempfehlungen in die weiterführenden Schulen besteht die Gefahr hiermit ein zusätzliches Selektionsinstrument zu schaffen, darüber hinaus lässt der Zeitrahmen keinen ausreichenden Raum für die  nach der Diagnose besonders intendierte individuelle Förderung. Gefragt werden muss auch, inwieweit durch die ausschließliche output-Orientierung die Überprüfung der Qualität der Lehr-Lernprozesse vernachlässigt wird und ob die gewählten Aufgabenbeispiele auch den aktuellen fachdidaktischen Anforderungen entsprechen. 

Darüber hinaus ist es für den Bereich der Unterrichtsentwicklung von höherer Bedeutung die Fortschritte von Lerngruppen unter vergleichbaren Bedingungen zu erfassen als das individuelle Erreichen von Kompetenzstufen von Kindern einer Lerngruppe zu einem für alle gleichen Zeitpunkt. 

Einzelne Aspekte konnten intensiver diskutiert werden; von Seiten des Ministeriums wurde dabei deutlich gemacht, dass der eingeleitete Prozess den Anfang eines breit angelegten Verfahrens kennzeichnet, in dessen Verlauf auch mögliche Fehlentwicklungen aufmerksam verfolgt und durch Modifikationen aufgefangen werden sollen. Zu diesem Zweck wurde ein weiteres Treffen zwischen Landesvorstand und Ministerium nach der Auswertung des ersten Durchlaufes vereinbart. 

(BS)

 

Zur Seitenübersicht