Probleme bei der
Besetzung von Schulleitungsstellen
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Seite neu am 5. Juli 2009 - zuletzt bearbeitet am 16.07.2009 |
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| Anhörung im Landtag - 10. Juni 2009 | |
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Mündliche Ergänzung zur Stellungnahme des
Grundschulverbandes für die öffentliche Anhörung |
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Dies gibt es hier auch als .pdf_Datei Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren Abgeordnete, ich bin dankbar, dass ich hier Gelegenheit habe, Ihre Aufmerksamkeit auf die Vorschläge zu lenken, mit denen die Probleme bei der Besetzung von Leitungsstellen an Grundschulen behoben werden könnten. In unserer schriftlichen Stellungnahme haben wir beklagt, dass nur wenige junge Menschen eine Stelle in der Leitung einer Grundschule haben wollen. Wir haben das ausführlich begründet. Das soll hier nicht wiederholt werden. Drei einfache Formeln mögen als Zusammenfassung reichen: □ Viel Arbeit – wenig Zeit dafür. □ Viele Aufgaben – wenige Mitarbeiter. □ Große öffentliche Anerkennung – kleines Gehalt. Wenn sich daran nicht schnell etwas ändert, bleibt die Perspektive für die Grundschulen im Lande dramatisch: Bereits jetzt leiden unter dem Bewerbermangel nicht nur die Schulen, für deren Leitungsstelle kein Bewerber da ist. Es leiden auch die Schulen, deren Schulleiter für die Zeit der Vakanz einer Nachbarschul-Leitung mit der Leitung von zwei Schulen beauftragt wurden und die sich nun doppelt kümmern müssen um die Besuche im Pfiffikushaus, die Auswertung von Vera, die Gestaltung des Offenen Ganztags und um all das andere, was Ihnen bereits schriftlich vorgetragen wurde. Diesen Mehrfach-Schulleitern fällt auch die Aufgabe zu, die Qualität all ihrer Schulen öffentlichkeitswirksam darzustellen, damit sie für die Anmeldung im nächsten Oktober gut aufgestellt sind. Da wundert es nicht, dass mit steigenden Anforderungen hier und da die Motivation allmählich gegen null geht.
Das Problem ist offensichtlich groß. Noch ist Grundschule nämlich ist die einzige Schulstufe in Deutschland, deren Kinder bei internationalen Untersuchungen einigermaßen ordentlich abschneiden. Aber wie lange noch? Das muss man angesichts dieser dramatischen Entwicklung fragen. Diese Untersuchungen belegten, dass in der Grundschule gelingt, wovon die Sekundarstufe nur träumt. Zufrieden sind wir damit nicht – aber sollte man nicht sehr schnell und ohne zu zögern die Verhältnisse der Grundschule auf die weiterführenden Schulen übertragen, damit deren Schülerinnen und Schüler auch international konkurrenzfähig werden? Wir meinen damit die strukturellen und pädagogischen Verhältnisse nicht die Arbeitsbedingungen der Lehrer und Schulleitungen Leicht könnte man als Finanzpolitiker sonst sagen: kürzt den Leitern der Realschulen und Gymnasien das Gehalt, verlängert ihre Arbeitszeit, nehmt ihnen die Schulsekretärinnen – kurz, stellt sie den Grundschulleitern gleich, damit die Schulen der Sekundarstufe so erfolgreich werden wie die Grundschulen. Das ist aber hoffentlich eher etwas für das Kabarett. Grundschule ist nicht so gut, weil die Arbeitsbedingungen der Schulleiter so schlecht sind
Außerhalb Deutschlands wissen – seit Georg Picht
1964 das Buch über die Bildungskatastrophe geschrieben hat - alle
Politiker: Was wir Ihnen damit ans Herz legen wollen? Sorgen Sie dafür, dass Kinder länger gemeinsam lernen können und schaffen sie gleiche Bedingungen für die Leiterinnen und Leiter der Schulen im Lande: □ Leitungsteams überall, □ funktionierende Schulsekretariate □ angemessene Leitungszeit □ und auch angemessene Besoldung. Nur wenn die Rahmenbedingungen für die Leitungen der Grundschulen in diesem Sinne erkennbar verbessert werden, wird es gelingen, für die frei werdenden Leitungsstellen genügend Bewerberinnen und Bewerber zu finden und so die „Hängepartie bei der Stellenbesetzung“ auch für die Grundschule zu beenden. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Baldur Bertling, |
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