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wie beim Rechenkönig?!
Ministerium will Vera-Daten doch zum öffentlichen Leistungsvergleich nutzen!
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| Eben dazu gibt es das Bündnis
für eine zukunftsfähige Grundschule:
In den letzten Tagen des Jahres lässt der Schulalltag kaum Zeit zum Reagieren auf das, was so aus Düsseldorf zu hören ist. Da sind wir ganz froh, dass die Aktion-Humane-Schule reagiert hat und veröffentlichen hier weiter unten zum Nachlesen (oder als pdf-Datei zum Ausdrucken) die Presseerklärung des Bundesvorsitzenden der AHS. (BB - 20.12.05) |
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Rechenkönig in Nordrhein-WestfalenKommentar
zur Absicht von
Schulministerin Sommer, die Liste der 25 besten vierten Klassen bei VERA
2005 zu veröffentlichen
Von Detlef Träbert, Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule (AHS) In einigen wenigen Schulklassen existiert er noch, der „Rechenkönig“ - ein Spiel aus zweifelhafter pädagogischer Tradition, denn es gibt Kinder, die einfach nie Sieger beim Wettrechnen werden können. Trotzdem gibt es kaum ein Kind, dass auf Befragen zugibt, dieses unsoziale Spiel nicht zu mögen. Wer möchte schon sein Gesicht verlieren? Wer möchte schon mit der Ablehnung deutlich machen, keine Chance zu sehen, vorne dabei zu sein? Wer möchte es schon mit der Macht verderben, die bestimmt, was „ein schönes Spiel“ ist? In der Psychoanalyse nennt man solch ein Verhalten „Identifikation mit dem Aggressor“; das Opfer verdrängt auf diese Weise sein Trauma. Jetzt hat die Schulministerin Nordrhein-Westfalens, Barbara Sommer (CDU), stolz verkündet, dass die Ergebnisse der vierten Schuljahre bei den landesweiten Vergleichsarbeiten (VERA) in einigen Bereichen deutlich besser ausgefallen seien als im vergangenen Jahr. Schön, wenn es denn so ist. Reicht es nicht, sich darüber zu freuen und gleichzeitig die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern, dass es in den anderen Bereichen bald auch besser wird? Nein – Frau Sommer, eine „gestandene“ Lehrerin, lässt Rechenkönig spielen. Sie will die Liste der 25 besten Schulklassen im Land veröffentlichen. „Ist doch prima!“, werden viele ausrufen. „Das weckt den Ehrgeiz, regt den Wettbewerb an.“ Doch Rechenkönig ist ein unsoziales Spiel! Die Ministerin präsentiert stolz die besten Klassen im Land – wer möchte da sein Gesicht verlieren und „nein!“ rufen? „Finnisches Denken“ wäre: Keine Schule beschämen, keine Schule zurücklassen – jede Schule verdient Unterstützung. Eine gute Bildungspolitik wäre es, wenn die Schulen das Gefühl haben könnten, die Landesregierung sorge gut für sie und ermögliche ihnen, erfolgreich zu arbeiten. Die Ministerin rechnet mit der „Identifikation mit dem Aggressor“. Die bereits vernehmbare Kritik aus der Opposition kann sie leicht als übliches Ritual abtun. An den Grundschulen selbst liegt es deutlich zu machen, dass sie diese Selektionsorientierung ablehnen. Sie selbst müssten öffentlich klar machen, dass sie erst dann stolz auf ihr Leistungsniveau sind, wenn die Gesamtheit der Schulen im Land dieses Niveau erreicht. Sie müssten es laut sagen, dass sie noch so gut arbeiten können, aber nicht erfolgreich sein werden, wenn die Politik nicht die nötigen Rahmenbedingungen dafür schafft. Und sie müssten sagen, was eine Erfahrungstatsache ist: dass gute Bildungsleistungen leichter in einer integrativen Schulstruktur zu erreichen sind als in einer selektiven. Nur so ließe sich das VERA-Trauma verarbeiten anstatt zu verdrängen. 20.12.2005 Dipl.-Päd. Detlef Träbert - Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule -
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