Vera 2005 
– Augen zu und durch?!

Übersicht:
  1. Kommentar
  2. Mail des Ministeriums an alle Schulen

Die Vergleichsarbeiten 2005 kommen – und wieder kommt Arbeit auf die Grundschulen zu, die sicherlich hier und da zu weiteren Verunsicherungen und hektischer Betriebsamkeit führen wird.

Besorgnis erregt die Vermutung, dass die Vergleichsarbeiten der neuen Landesregierung ein nützliches Instrument sein könnten, gewisse politische Veränderungen argumentativ zu untermauern.

Im Zusammenhang mit Einführung von Ziffernnoten ab Klasse 2, öffentlichem Ranking und freier Schulwahl erscheinen die Vergleicharbeiten in einem anderen Licht!

Mit drei Sätzen fasst das Ministerium die Bedeutung der Vergleichsarbeiten zusammen.

1.      „Lernstandserhebungen bieten differenzierte Hinweise auf den Förder- und Lernbedarf der Schülerinnen und Schüler.

2.      Sie tragen dazu bei, die Unterrichtsqualität zu verbessern und die Vergleichbarkeit der schulischen Arbeit zu sichern.

3.      Lernstandserhebungen werden deshalb von der neuen Landesregierung als ein wichtiges Element einer wirksamen Standardsicherung fortgeführt.“

(Der ganze Text der Schulmail weiter hinten nach diesem Kommentar)

Diese Sätze allerdings führen bei Menschen, die Vera im vergangenen Schuljahr kennen gelernt haben, zu provozierenden Rückfragen.

o       Seit wann ist die Rückmeldung über ein dreistufiges Kompetenzniveau ein differenzierter Hinweis auf den Lern- und Förderbedarf? Bei Vera 2004 wurde doch aus der von der Schule mühsam erfassten differenzierten  Fehlerbeschreibung der einzelnen Kinder in Landau die Zuordnung der Leistungen des Kindes in ein dreistufiges Raster berechnet!
Oder soll hier schon einmal eine Argumentation vorbereitet werden, dass Ziffernnoten als Rückmeldung viel differenzierter sind als Beschreibungen von individuellen Lernfortschritten?

o       Seit wann lässt sich schulische Arbeit auf Unterricht in Deutsch und Mathematik reduzieren? VerA 2004 erfasste – wenn überhaupt – Kompetenzen in diesen beiden Lernbereichen. Die Anregung, auch andere Lernbereiche zu Gegenständen umfassender Studien zumachen, wurde nicht aufgegriffen.
Oder soll hier doch ein Instrument implementiert werden, mit dem das von der FDP geforderte Ranking der Schulen vorbereitet wird.

o       Ist das Messen von Ergebnissen wirklich ein wesentliches Element zur Standardsicherung, wenn auf unzureichende Messergebnisse keine Maßnahmen folgen? Jedenfalls gab es nach Vera 2004 keine zusätzliche Unterstützung für Schulen, deren Kinder  auf Grund besonderer Ausgangslagen die Aufgaben der Vergleichsarbeiten nur eingeschränkt bearbeiten konnten!
Oder sollen die bisherigen Elemente von Standardsicherung (Lehrerzuweisung, Aus- und Fortbildung, Unterstützungssysteme – um nur drei Elemente zu nennen) langfristig ersetzt werden durch eine „Output-Steuerung“ mittels öffentlicher Vergleiche?

 Es ist deshalb wichtig, an das zu erinnern, was wir bereits vor der Runde „Vera 2004“ geschrieben hatten!

Damals hatten wir empfohlen:

„Gelassenheit - Wenn alle noch etwas herum experimentieren, dann sollten auch die Grundschullehrer diese Aufgabe gelassen angehen.

Selbstbewusstsein - Dabei sollten wir wissen und zeigen, dass wir seit Jahren kompetent und erfolgreich an der Bildung und Erziehung der 6 bis 10 Jährigen arbeiten und uns deshalb nicht von jedem neuen Auftrag  aus der Ruhe bringen lassen!

Zeit für das Wesentliche - Lasst uns weiterhin Kooperation im Schulalltag pflegen! Getreu dem Motto: Immer parallel arbeiten ist besser als einmal eine Parallelarbeit schreiben!“

Das reicht aber wohl nicht aus.

Wir brauchen dringend eine intensive, politische und pädagogische Diskussion über Leistung, um die erfolgreiche Bildungsarbeit der Grundschule nachhaltig zu sichern! Material für diese Diskussion gibt es genug: "Pädagogische Leistungskultur" ist seit einem Jahr das Schwerpunktthema der Arbeit des Grundschulverbandes.

Baldur Bertling
Landesgruppe NW des GSV

 

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VERA 2005
(E-Mail des MSW an alle Schulen vom 25. August 2005)

Inhaltsübersicht dieser Schulmail

1. Passwörter und Internetzugang
2. Probelauf für die Aufgabenauswahl
3. Versand der Materialien für das Fach Deutsch
4. Ersatztermine
5. Hotline
6. Vertraulichkeit beim Umgang mit den Aufgaben
7. Elterninformation
8. Zentralstichprobe
9. Qualitätssicherung der Durchführung
10. Auswertung der Vergleichsarbeiten
11. Vorverlegung der Lernstandserhebungen nach Klasse 3
12. Weitere Perspektiven der Lernstandserhebungen

zum Kommentar

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Beginn der Nachricht des MSJK NRW >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Zentrale Lernstandserhebungen (Vergleichsarbeiten) in den Grundschulen (VERA)
Vorbereitung des Durchgangs 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 27. und 29. September 2005 findet in den vierten Klassen der zweite Durchgang der Vergleichsarbeiten (Lernstandserhebungen) statt.

Lernstandserhebungen bieten differenzierte Hinweise auf den Förder- und Lernbedarf der Schülerinnen und Schüler. Sie tragen dazu bei, die Unterrichtsqualität zu verbessern und die Vergleichbarkeit der schulischen Arbeit zu sichern. Lernstandserhebungen werden deshalb von der neuen Landesregierung als ein wichtiges Element einer wirksamen Standardsicherung fortgeführt. Sie werden ab dem Schuljahr 2006/2007 in die Klassen 3 und 8 vorverlegt.

Sie sind bereits mit Schulmail vom 7.6.2005 über die Veränderungen zur Weiterentwicklung der Vergleichsarbeiten und den Zeitplan zur Durchführung informiert worden. Dieses Schreiben steht auch im Internet unter der folgenden Adresse zur Verfügung (vgl. auch Amtsblatt 07/2005):

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/vergleichsarbeiten4/download/VERA_Schulmail8.pdf

Die Abläufe der Lernstandserhebungen wurden mit diesen Veränderungen deutlich vereinfacht und das Verhältnis von Aufwand und Ertrag verbessert.

Der nun anstehende zweite Durchgang erfolgt im Wesentlichen auf der Grundlage der bekannten Regelungen zur Organisation der Durchführung und zum Umgang mit den Ergebnissen. Notwendige Anpassungen der Erlassvorgaben an die inzwischen vorgenommenen Weiterentwicklungen des Verfahrens (bspw. Wegfall der Aufgabenauswahl im Fach Deutsch) wurden vorgenommen. Außerdem wird nunmehr auch der Berichtsaufwand an die Schulaufsicht beim Durchgang 2005 auf ein Minimum reduziert. Der bereinigte Erlasstext wird Ihnen in Kürze zugestellt.

Zur weiteren Vorbereitung der Vergleichsarbeiten beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:

1. Passwörter und Internetzugang

Die für den ersten VERA-Durchgang zugeteilten Passwörter für den Zugang zum VERA-Server der Universität Landau bleiben weiterhin gültig. Auch die Internetadresse des VERA-Servers wird fortgeführt. Sowohl die Aufgabenauswahl - nur noch im Fach Mathematik - als auch die Auswertungsfunktionen und den Download der Ergebnisse errei-chen Sie unter der Internetadresse:

 http://vera-server.uni-landau.de/vera/vw_login.php

 Das Programm zur Aufgabenauswahl und Dateneingabe wurde weiterentwickelt und deutlich verbessert. Ausführliche Informationen hierzu enthält eine Präsentation, die Ihnen unter dieser Adresse zur Verfügung steht:

 http://www.learn-line.nrw.de/angebote/vergleichsarbeiten4/zeitplan.html

 2. Probelauf für die Aufgabenauswahl

Ebenfalls über den VERA-Server erhalten Sie in der Woche vom 29.8. bis 2.9.2005 Zugang zum freiwilligen Probelauf der Aufgabenauswahl. Dieser Probelauf dient den folgenden Zielen:

  • Im Rahmen des Probelaufs können der Internetzugang sowie die technischen Voraussetzungen des Schulrechners (Download- und Ausdruckfunktionen) für VERA getestet werden.
  • Es besteht für Lehrkräfte, die im letzen Jahr nicht an VERA beteiligt waren, die Möglichkeit das Programm zur Aufgabenauswahl im Fach Mathematik kennen zu lernen. Analog zur tatsächlichen Aufgabenauswahl kann in mehreren "Auswahlrunden" ein Aufgabenset zusammengestellt werden. Im Rahmen dieses Probelaufs werden keine Aufgaben zur Wahl gestellt, die tatsächlich Gegenstand der Lernstandserhebungen sind.

Wir empfehlen allen Schulen, das Angebot des Probelaufs wahrzunehmen.

3. Versand der Materialien für das Fach Deutsch

Beim Durchgang 2005 werden die Aufgaben im Fach Deutsch nur noch zentral gestellt. Im Fach Mathematik wird die Aufgabenauswahl beibehalten. Die Aufgaben im Fach Deutsch werden den Schulen in gedruckter Form zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Schülerhefte pro Schule orientiert sich dabei an der Schülerzahl des dritten Jahrgangs im Schuljahr 2004/05. Um ggf. eingetretene Veränderungen auszugleichen, werden den Paketen einige Reservehefte beigelegt. Die Anlieferung der Materialien an den Schulen erfolgt am 26. oder 27.9.2005. Die Aufgaben im Fach Mathematik werden von den Schulen vervielfältigt.

4. Ersatztermine

Die Lernstandserhebungen in Klasse 4 finden zentral an folgenden Terminen statt:

Fach Mathematik: 27.09.2005

Fach Deutsch: 29.09.2005

Schulen, die bereits langfristig Klassenfahrten festgelegt haben, die aufgrund vertraglicher Bindungen nicht zu verlegen sind, können auch noch in diesem Jahr in begründeten Einzelfällen von den Terminen 27.9.2005 bzw. 29.9.2005 abweichen. Zentrale Ersatztermine sind für die betroffenen Schulen nicht vorgesehen. Die Schulen legen in Absprache mit der zuständigen Schulaufsicht neue Termine fest. Dabei soll beachtet werden:

  • Im Hinblick auf die notwendige Geheimhaltung der Aufgaben können die Ausweichtermine erst nach den vorgesehenen zentralen Terminen liegen.
  • Die Lernstandserhebungen sollten möglichst zeitnah zu den zentral vorgesehenen Terminen durchgeführt werden.
  • Der Termine für die Aufgabenauswahl im Fach Mathematik (12. bis 16.9.2005) sowie für den Download der zentral gestellten Aufgaben im Fach Mathematik können aus technischen Gründen nicht verändert werden. Ggf. muss bei Abwesenheit der Fachlehrkraft einer betroffenen Klasse dieser Arbeitsschritt schulintern vertreten werden.

5. Hotline

  Zur Unterstützung der Schulen bei Fragen zum technischen Ablauf wird am Landesinstitut/Qualitätsagentur eine Hotline eingerichtet. Sie ist erreichbar im Zeitraum von 29.8.05 bis 23.12.05 von Montag bis Freitag im Zeitraum 9:00 Uhr bis 11:30 Uhr sowie 13:00 Uhr bis 15:30 Uhr unter der Rufnummer 02921-683535.

6. Vertraulichkeit beim Umgang mit den Aufgaben

Bitte beachten Sie, dass die Aufgaben der Lernstandserhebungen bis zur Durchführung der Vergleicharbeiten unbedingt vertraulich zu behandeln sind und keinesfalls an Dritte (bspw. Pressevertreter oder Verlage) weitergegeben werden dürfen. Die zentral gestellten Aufgaben der Vergleichsarbeiten können nach der Durchführung für die unterrichtliche Arbeit verwendet werden. Bitte behandeln Sie jedoch auch die zentral gestellten Aufgaben unbedingt bis zum 15.11.05 vertraulich, um Nachschreibetermine in einzelnen Schulen und in anderen beteiligten Bundesländern nicht zu gefährden. Die Aufgaben werden nach Abschluss des Verfahrens von der Universität Landau im Internet veröffentlicht. Die von den Schulen aus dem VERA-Aufgabenpool ausgewählten Aufgaben können auch nach der Durchführung der Lernstandserhebungen nicht weiter gegeben werden. Die Aufgaben der Aufgabenpools sollen auch in weiteren Durchgängen genutzt werden. Der restriktive Umgang mit diesen Aufgaben ist deshalb aufgrund des aufwändigen Entwicklungs- und Erprobungsverfahrens notwendig.

7. Elterninformation

Wir bitten Sie, die Eltern des Jahrgangs 4 über die Ziele und den Ablauf der Lernstandserhebungen zu informieren. Im Internet steht unter der Adresse http://www.learn-line.nrw.de/angebote/vergleichsarbeiten4/material.html

ein Informationsblatt für Eltern zur Verfügung gestellt. Dieses wird in Kürze auch in wichtigen Fremdsprachen vorliegen.

8. Zentralstichprobe

Wie bereits beim ersten Durchgang wird auch 2005 per Zufall eine Zentralstichprobe von rund 120 Schulen gezogen. Diese Stichprobe dient dazu, die landesweiten Referenzwerte für die einzelnen Kontextgruppen zu ermitteln. Diese betroffenen Schulen werden unmittelbar nach der Durchführung der Vergleichsarbeiten vom Ministerium für Schule und Weiterbildung angeschrieben und über die weiteren Einzelheiten informiert.

9. Qualitätssicherung der Durchführung

Im Interesse der Qualitätssicherung des Verfahrens werden beim Durchgang 2005 in einer begrenzten Anzahl von Schulen anonymisierte Schülerhefte durch die Universität Landau nachkorrigiert. Die per Zufall gezogenen Schulen werden unmittelbar durch die Universität Landau informiert. Die Ergebnisse dieser Nachkorrektur werden dem Ministerium für Schule und Weiterbildung zur Verfügung gestellt.

10. Auswertung der Vergleichsarbeiten

Durch die Vereinfachung der Abläufe der Lernstandserhebungen konnte der Auswertungsaufwand für die Lehrkräfte im Vergleich zum ersten Durchgang deutlich reduziert werden. Bei den Vergleichsarbeiten 2004 hatten die Schulleitungen die Möglichkeit, zur Sicherstellung einer sorgfältigen Auswertung besonders belastete Lehrkräfte bis zu einem Tag vom Unterricht freizustellen. Diese Regelung wird nicht fortgeführt. (Siehe allgemein zur Notwendigkeit der Vermeidung von Unterrichtsausfall den Brief der Ministerin an die Schulen im Amtsblatt 8/05). Ich gehe davon aus, dass die Schulen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für kollegiale Unterstützung bei der Auswertung sorgen. Sofern dies zu einer Änderung von Unterrichtszeiten und der Unterrichtsorganisation führt, muss der Unterricht nachgeholt oder vertreten werden.

11. Vorverlegung der Lernstandserhebungen nach Klasse 3

Wie bereits angekündigt, werden die Vergleichsarbeiten ab dem Schuljahr 2006/07 in die Klasse 3 verlagert. Dann haben die Schulen im Anschluss an die Lernstandserhebungen mehr Zeit für Konsequenzen und die Förderung der Kinder zur Verfügung. Der Termin für die Durchführung soll im zweiten Schulhalbjahr liegen. Sobald die Termine für das nächste Schuljahr festgelegt sind, werden wir Sie darüber informieren.

12. Weitere Perspektiven der Lernstandserhebungen

Ministerpräsident Rüttgers hat in seiner Regierungserklärung v. 13.7.05 perspektivisch die Veröffentlichung von Leistungsdaten der einzelnen Schulen angekündigt. Die entsprechenden Verfahren für NRW werden sorgfältig vorbereitet und sollen sich an international bewährten Modellen orientieren. Sie gelten noch nicht für den Durchgang 2005 der Lernstandserhebungen.

Außerdem sollen im Zuge der Novellierung des Schulgesetzes die rechtlichen Voraussetzungen zur Berücksichtigung der Ergebnisse der Lernstandserhebungen im Rahmen der Leistungsbewertung (voraussichtlich ab dem Schuljahr 2006/07) geschaffen werden. Einzelheiten bedürfen noch der Klärung.

Weitere Informationen zu den Vergleichsarbeiten finden Sie im Bildungsserver learn:line unter der Adresse:

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/vergleichsarbeiten4/

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

gez. Orth

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< End der Nachricht des MSW NRW <<<<<<<<<<<<<

 

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