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Antworten von Gestern auf die Fragen von Morgen

 

Pläne der CDU/FDP Koalition 
- frontaler Angriff auf die Grundschulpädagogik

Kommentare / Material

Bildungsreform gescheitert - Haben wir versagt?!
Einige sehr persönliche, ziemlich spontane Bemerkungen des Webmasters zu den Eckpunkten für ein neues Schulgesetz. (14.Dezember 2005) 

Inzwischen (15.12.2005) sind die Eckpunkte auch im Bildungsportal veröffentlicht.
(Achtung: Externer Link)
http://www.bildungsportal.nrw.de/BP/Schule/Politik/Schulgesetz/Eckpunktepapier/index.html

PRESSEECHO
Einmütige Kritik an den Plänen der Landesregierung
Die Presseerklärung der Landesgruppe ist nur eine der Stimmen im vielstimmigen Chor, der die Regierungskoalition zu bildungspolitischer Vernunft mahnt. (Presseecho 13./14. Dez. 2005)

PRESSEERKLÄRUNG DER LANDESGRUPPE
Eckpunkte oder Wendemarken?
Presseerklärung der Landesgruppe zur Ankündigung eines "Eckpunkte-Papiers", mit dem die Weichen für die Überarbeitung des Schulgesetzes gestellt werden. (9. Dezember 05)

Wettbewerb bereitet Schulschließungen vor
- zur Argumentation im Zusammenhang mit der Auflösung der Schulbezirke 
(Landtagsdebatte an 1. September 2005)

Das Maß aller Dinge
- zur Pressekonferenz der Ministerin zum Schuljahresbeginn (19.August 2005)

Sehr geehrte Frau Minister - Die Landesgruppe begrüßt die neue Schulministerin (04. 07.05)

Wieder mal die Grundschule - Erste Stellungnahme der Landesgruppe (12.06.05)

4000 neue Lehrer - ja, aber nicht sofort (15.06.05)

Presse-Echo: TAZ (14.06.05) und WDR (17.06.05)

Quellen:

Sprechzettel der Ministerin (19. August 2005)

Koalitionsvertrag (vom 20. Juni 2005) 
Auszug Schule

- von der Internetseite der CDU (10.6.05)

- von der FDP (11.6.05)

- FDP (15.6.05)

     
 

Bildungsreform – gescheitert?!
Zum Eckpunktepapier der Koalition  

(ein Originalbeitrag von Baldur Bertling)

 Ich selbst bin Mitglied im Grundschulverband und in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. In einem  im Bündnis für eine zukunftsorientierte Grundschule habe ich auch Menschen kennen gelernt aus der Aktion Humane Schule, dem Kinderschutzbund, der Aktion Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen, dem Landesverband der Schulpsychologen und der Landeselternschaft Grundschule. Ich kenne also viele engagierte, fortschrittliche Leute rund um die Primarstufe. Viele gemeinsame Aktionen haben uns gegenseitig stark gemacht und einigermaßen stolz auf das, das vor wenigen Jahren durch IGLU bestätigt wurde. Unsere Schulstufe kann sich auch international sehen lassen!

Gerade heute ( 12.12.05) bekam ich das Eckpunktepapier der CDU/FDP Regierung aus NRW zum neuen Schulgesetz zugespielt und ich bin erschrocken.

Da wird Wasser in unseren Wein gegossen.
Eigentlich haben wir alle versagt!

Seit mehr als 25 Jahren machen wir Bildungspolitik und Pädagogik. Viele unserer Vorschläge zur Schulreform sind längst Alltag in den Schulen das Landes. Jährlich mehr als 1000 Grundschulmenschen auf den landesweiten Grundschultagen, regelmäßige kleine Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Bücher, Beschlüsse und Erklärungen! Zustimmung von allen Seiten. (Wer es schnell nachlesen will, findet manches davon noch hier auf der Internetseite des Grundschulverbandes.)

Wir haben uns alle Mühe gegeben, aber – wir haben versagt! Die Köpfe derjenigen, die in CDU und FDP nach der letzten Landtagswahl Verantwortung übernehmen mussten, haben wir nicht erreicht.

Hätten wir doch  wenigstens etwas Sachverstand auch denen vermittelt, die nun dabei sind, ein begabungsgerechtes mit einem gegliederten Schulwesen zu verwechseln.

Nun - die Absicht der Reaktionäre scheint ganz einfach:

  • Es gilt, gymnasiale Bildung und den Zugang zu Hochschulen für bildungsnahe Elternhäuser zu sichern und abzuschotten gegen diejenigen, die nicht vom Elternhaus begabt wurden, sondern von öffentlichen Bildungseinrichtungen begabt werden müssen.

  • Es gilt, eine intellektuell hochbegabte Elite abzuschotten gegen solche, die schon wissen, dass neben dem IQ auch soziale Kompetenz, Engagement und Emotionalität für beruflichen und persönlichen Erfolg entscheidend sind.

Im Detail ließe sich diese Tendenz an vielen Stellen nachweisen.

Hier nur:

Die Lernstudios und die Übergangsempfehlung.

Mit „Lernstudios“ wird aufwändige zusätzliche individuelle Förderung in der Schuleingangsphase eingeführt. Diese „Lernstudios“ sind eine neue Erfindung – wohl weil die Koalition die Wiedereinführung der Schulkindergärten scheut. Also sollen Kinder mit nicht altersgemäßer Entwicklung oder mit Lernschwierigkeiten in Gruppen äußerer Differenzierung solange gefördert werden, bis sie wieder am Unterricht ihrer Klasse teilnehmen können. Diese zusätzliche Förderung ist allerdings auf die ersten beiden Schuljahre beschränkt. Wer danach nicht erfolgreich am Lernen in homogenen Gruppen teilnehmen kann, wird eben nach der Grundschule mit der entsprechenden Empfehlung versehen.

Diese Übergangsempfehlung soll nun nahezu bindend sein. Auf den ersten Blick eine Katastrophe. Widerspricht das doch der sicheren Erkenntnis, das sichere Schullaufbahnprognosen bei Neunjährigen nicht möglich sind. Selbst früher (bis 1997) gutachtete die Grundschule nach der Anmeldung und konnte mit einem „vielleicht geeignet“ manchem Kind den entwürdigenden Probeunterricht ersparen.

Wenn wir aber genauer lesen, was da die Koalition erfunden hat, dann wird die Empfehlung allerdings für Grundschulpädagogen ganz einfach.

Da das Gymnasium – so das Eckpunktepapier in einer vorläufigen Fassung -  „seinen Schülerinnen und Schülern eine erweiterte allgemeine Bildung“ vermittelt, die sie befähigt ... „ihren Bildungsweg an einer Hochschule aber auch in berufsqualifizierenden Bildungsgängen fortzusetzen“ , da also das Gymnasium genau die Schule sein soll, die – wie früher mal die Gesamtschule – ihren Schülerinnen  und Schülern alle Bildungswege offen hält, kann doch eigentlich jedes Grundschulkind eine Empfehlung für diese Schule erhalten. Und wenn das Gymnasium dann das hält, was die Koalition verspricht, haben wir die Gesamtschule für alle eher, als Rüttgers & Co sich das jemals träumen ließen!

Baldur Bertling,
14. Dezember 2005

Mehr zum Eckpunktepapier an anderer Stelle

 
 

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  Presseerklärung der Landesgruppe 
- hier nachzulesen oder als .pdf-Datei zum Ausdrucken
 
 

Landesgruppe NRW:

Koalition will pädagogische Entwicklung der letzten Jahrzehnte zurückdrehen

 Die jetzt in Ansätzen bekannt gewordenen Pläne aus dem Schulministerium belegen, dass den Absichten aus der Regierungserklärung nun Taten folgen sollen.

Schon die alte Landesregierung hatte die Grundschule mit einer Fülle von Maßnahmen überzogen und auch überlastet, dann aber die Umsetzung entzerrt und versprochen, sich verstärkt der Sekundarstufe zuzuwenden und Grundschule in Ruhe die eingeschlagene Entwicklung gehen zu lassen. Nun verfällt die neue Landesregierung in die alten Fehler und greift darüber hinaus in die pädagogische Mottenkiste, um wieder mal vor allem die Grundschule mit rückwärtsgewandten Reformen zu verunsichern. Im neuen Schulgesetz, dessen Eckpunkte demnächst im Kabinett beraten werden, wird es konkret: Ziffernnoten ab Klasse 2, Verbindliches Gutachten zum Übergang, Veröffentlichung von Schulleistungsdaten und Freie Wahl derGrundschule.

Jede einzelne dieser Maßnahmen widerspricht schon für sich genommen all dem, was die Reformen der vergangenen Jahrzehnte an positiven Entwicklungen bewirkt haben. Zusammen bedeuten sie den Einstieg in eine bildungspolitische Restauration!

§          Ziffernnoten, die bisher in Klasse 3 eingeführt wurden, sollen nun schon ab Klasse 2 verbindlich werden. Damit wird der Leistungsvergleich in jeder Klasse verschärft. Kinder werden dann schon in den Anfangsjahren nicht an ihrem eigenen Lernzuwachs gemessen sondern am Vergleich mit ihren Mitschülern. 

§          Die Schulleistungsdaten, die aus Vergleichsarbeiten in den Schulen gewonnen werden, sollen veröffentlicht werden. Zugleich sollen die bisherigen Schulbezirke aufgelöst werden: Eltern haben die freie Schulwahl auch in der Grundschule. Eltern, die es sich leisten können, werden ihre Kinder an den Schulen anmelden, an denen sich die leistungsstarken Schüler konzentrieren. Die Schulen, die unter schwierigeren Bedingungen pädagogisch qualifizierte Arbeit leisten, werden die Verlierer  - und mit ihnen die Kinder.

§          Dazu passt, dass die Elternbeiträge für die offene Ganztagsschule angehoben werden. So soll sich OGaTa zu einem „attraktiven und hochwertigen Angebot“ entwickeln, das auf gezielte individuelle Förderung der Kinder ausgerichtet ist. Da ist sogar von „Förderangeboten für besonders Begabte“ die Rede. Bewirken sollen das  zusätzliche Lehrerstunden, die allerdings nicht allen Steuerzahlern zu Gute kommen, sondern das Bildungsangebot nur für jene verbessern, die bereit und in der Lage sind, die Beiträge für den offenen Ganztag zu zahlen.

Der Grundschulverband fürchtet, dass all diese Maßnahmen kein – begrüßenswerter -  Einstieg in eine steuerfinanzierte Ganztagsschule sind, sonder zu einer „Zwei-Klassen-Schule“ führen werden: auf der einen Seite die gute Schule mit intensiven Angeboten am Nachmittag und hohen Übergangsquoten auf das Gymnasium und auf der anderen die einfache Schule für das Volk - ergänzt lediglich mit preiswerten Betreuungsangeboten.

Der Grundschulverband erinnert daran, dass die Grundschule insgesamt das eigentliche Erfolgsmodell im deutschen Bildungssystem ist. Während bei PISA die 15jährigen schlecht abgeschnitten haben, lagen die Grundschüler im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld. 

 Eigentlich müsste doch nun alles daran gesetzt werden, die Leistungsfähigkeit der Grundschule auszubauen, das bedeutet vor allem, die Abhängigkeit der Schulleistung von der sozialen Herkunft zu vermindern. Was die Landesregierung vorhat, bewirkt aber das genaue Gegenteil! Die Schulministerin beteuert unablässig, das Wohl eines jeden Kindes sei das Maß ihres Handelns. Mit ihren Plänen entpuppt sich dieser Anspruch als pure Sprechblase.

 Baldur Bertling, Pressesprecher der Landesgruppe NRW

Dinslaken, 9. November 2005 -

 
 

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Kommentar aus der Landesgruppe

(Der Pressesprecher der Landesgruppe NRW hat folgenden Kommentar am 12. Juni 2005 den Medien zur Verfügung gestellt)

Wieder mal die Grundschule!

Was in den Koalitionsverhandlungen zur Schulpolitik beschlossen wurde, ist noch sehr vage und spricht nicht dafür, dass sich jemand ernsthafte Gedanken darüber gemacht hat, wie die Qualität von Schule verbessert werden kann. Nicht einmal die Wahlkampfversprechen in Bezug auf zusätzliche Planstellen werden konkret eingelöst! Die längst überfälligen Maßnahmen für die Sekundarstufe werden nicht in Angriff genommen. Dafür werden ein weiteres Mal  Grundschule und Kindertageseinrichtungen verändert - so als sei die Misere der 15 Jährigen in Deutschland ein Ergebnis der unzulänglichen pädagogischen Arbeit des Elementarbereichs und der Primarstufe.

Empörung in den Lehrerzimmern

Grundschule war bis zum 10. Juni 2005 die einzige Schulform in Deutschland, die bei internationalen Vergleichsuntersuchungen einigermaßen gut dastand. Gestern noch war Grundschule in NRW eine Schule, an der alle Kinder eines Wohnbezirks gemeinsam leben und lernen konnten. Das soll sich nun ändern! Mit Zensuren ab Klasse 2, Kopfnoten für Arbeits- und Sozialverhalten, öffentlichem Ranking und freier Schulwahl, mit Englisch ab Klasse 1 und Verkürzung der Lernzeit in den Kindertageseinrichtungen scheint die neue Landesregierung nun auch die Arbeit an den gut 3000 Grundschulen in NRW im Kern verändern zu wollen.

Noch ist keiner der in die Öffentlichkeit getragenen Gedanken der Koalitionäre näher begründet oder praktikabel erläutert. Vielleicht ist alles am Ende doch nicht so gemeint gewesen. Dennoch ging eine Welle der Empörung durch die Lehrerzimmer! Statt konkret zu sagen, wo die vier- bis achttausend neuen Lehrer eingesetzt werden, um die Situation der Kinder zu verbessern, wurden Maßnahmen vorgeschlagen, die nur als frontaler Angriff auf die pädagogische Entwicklung der Grundschule verstanden werden können.

In kurzen Sätzen viel Raum für Spekulationen

Nicht viel konkreter Inhalt in den Koalitionspapieren - dafür gibt es breiten Raum für Fragen und Spekulationen:

  • Wer die Noten ab Klasse 2 und  eine Kopfnote für Sozialverhalten und Mitarbeit einführen will, hat die Diskussion um Leistungserziehung der vergangenen Jahrzehnte nicht verstanden und trifft die Grundschule im Kern.
  • Wer die Schulbezirke für die Grundschulen abschaffen will, kann doch über die Bedeutung von Wohnortnähe, Schülerfahrkosten und Raumplanung nicht gut nachgedacht haben.
  • Wer öffentliche Leistungsvergleiche der Schulen mit dieser freien Schulwahl verbindet, verstärkt das soziale Gefälle zu Ungunsten ohnehin Benachteiligter.
  • Wer die Fremdsprache im ersten Schuljahr einführt, braucht dafür eine passende Didaktik und das entsprechend ausgebildete Personal.
  • Wer die Einschulung um ein Jahr vorziehen will, muss erklären können, warum das Lernen in den Kindertageseinrichtungen auf zwei Lebensjahre begrenzt werden soll. (Oder ist damit die Verlängerung der Grundschulzeit um ein Jahr gemeint - so etwa als vereinfachte Version des niederländischen Bildungssystems?)

Wer all diese Veränderungen sofort in Angriff nehmen will, ohne die Maßnahmen mit den tatsächlich Betroffenen zu diskutieren und zu verabreden, schafft weitere Unruhe an den Schulen und stört die kontinuierliche, pädagogische Entwicklung des Bildungswesens. 

Da die Pressemeldung der CDU - anders als die anderen Meldungen über die Ergebnisse von Koalitionsverhandlungen -  keine Unterschrift trägt, hat die Koalition wohl immer noch niemanden gefunden, dessen Name sich mit diesem frontalen Angriff auf die Grundschulpädagogik verbinden lässt. Noch ist unklar, wer ein Ministerium leiten will, das wesentliche Kerne der Grundschulentwicklung der vergangenen Jahrzehnte zerstören soll.

Lehrerinnen, Eltern und Kinder sind gespannt.

(BB)

 

 

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gefunden auf der CDU Seite (10. Juni 2005)

Ergebnisse der sechsten Runde der Koalitionsverhandlungen

  • Abschaffung der Schulbezirke bis zum Jahr 2008: Eltern in Nordrhein-Westfalensollen in Zukunft frei die Grundschule für ihre Kinder aussuchen können

  • eine Fremdsprache bereits ab dem ersten Schuljahr

  • Einschulung in der Regel ab fünf Jahren

  • Ziffernoten werden bereits ab der Klasse 2 in den Zeugnissen angegeben

  • Einführung einer Kopfnote auf den Zeugnissen, in die das Sozialverhalten der Schülerund ihre Mitarbeit im Unterricht einfließen soll

  • die von SPD und Grünen beschlossene Streichung der Halbjahreszeugnisse in Klasse 3 wird zurückgenommen

  • die Einführung des Fachs Naturwissenschaften, in dem die Einzelfächer Chemie, Physik und Biologie aufgehen sollten, wird ebenfalls zurückgenommen

  • das von Rot-Grün kurz vor der Landtagswahl verabschiedete neue Schulgesetz wird geändert. Dies geht aber nicht mehr bis zum Beginn des nächsten Schuljahres

  • die Gesamtschulen sollen bestehen bleiben, Neugründungen werden erschwert und schärfere Bedingungen für gymnasiale Oberstufen an Gesamtschulen eingeführt

  • zwischen den einzelnen Schulen soll mehr Wettbewerb entstehen: dazu sollen verbindliche und transparente Leistungsvergleiche eingeführt werden

(keine Unterschrift im Internet)

 

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Bericht auf der Internetseite der FDP  
gefunden am 11. Juni 2005

Landesverband
Bildungspolitik Thema in Koalitionsverhandlungen von FDP und CDU

Die Koalitionsverhandlungen zwischen FDP und CDU sind am Donnerstagvormittag fortgesetzt worden. Schwerpunkte der Gespräche in der Villa Horion waren die Themen Bildung und Finanzen. Einig sind sich beide Verhandlungspartner darüber, dass das gegliederte Schulsystem in Nordrhein-Westfalen erhalten bleiben soll und den Schulen mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung übertragen werden muss. Eltern in Nordrhein-Westfalen sollen künftig die Grundschule für ihre Kinder frei aussuchen können, so ein weiteres Ergebnis der Gespräche.

FDP und CDU einigten sich in der sechsten Koalitionsrunde zudem darauf, dass die Schulbezirke bis zum Jahr 2008 abgeschafft werden sollen. Außerdem sollen die Schüler schon in der zweiten Klasse Ziffernoten erhalten und nicht mehr nur Berichtszeugnisse. Das Sozialverhalten der Schüler und ihre Mitarbeit im Unterricht sollen mit einer so genannten Kopfnote bewertet werden. Darüber hinaus verständigten sich die Koalitionspartner darauf, dass die Schüler in NRW voraussichtlich bereits ab dem kommenden Jahr von der ersten Klasse an eine Fremdsprache lernen sollen, erklärte FDP NRW Generalsekretär Christian Lindner. Die künftigen Regierungspartner sprachen sich des Weiteren dafür aus, dass die Einschulung in der Regel auf das fünfte Lebensjahr vorzuziehen ist.

Übereinstimmung herrscht auch hinsichtlich der Auffassung, dass mehr Lehrer eingestellt werden müssen, um die Unterrichtsversorgung sichern zu können. Unterschiedlicher Anasicht sind die künftigen Regierungspartner allerdings hinsichtlich der angestrebten Zahlen zusätzlicher Lehrerstellen. Während die FDP 8000 zusätzliche Pädagogen fordert, will die CDU 4000 zusätzliche Lehrkräfte einstellen.

CDU-Chef Jürgen Rüttgers betonte jedoch bereits vor Beginn der Gespräche, dass am Donnerstag noch keine konkreten Zahlen präsentiert werden können. Eine solche Festlegung könne nur dann erfolgen, wenn eine solide Finanzierung gesichert sei. Eine erste Diskussion über die Finanzen führten FDP und CDU bereits am Donnerstag. FDP-Landeschef Andreas Pinkwart betonte, dass die Kassenlage viel dramatischer sei, als Rot-Grün bislang eingeräumt habe.

FDP und CDU werden zudem die von Rot-Grün geplante Abschaffung des Halbjahreszeugnisses in der Klasse 3 rückgängig machen, sagte FDP-Fraktionschef Ingo Wolf. Auch das Fach Naturwissenschaften, in dem die Einzelfächer Chemie, Physik und Biologie nach dem Willen von Rot-Grün gebündelt werden sollte, soll gekippt werden.

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4000 Lehrer - ja, aber nicht sofort!

Dass nicht alles so gemeint war, wird deutlich, wenn jetzt die Zahlen auf den Tisch kommen. Viele Wählerinnen und Wähler dachten, dass 4000 neue Lehrer sofort den Unterrichtsausfall bekämpfen sollen. Nun sieht es ganz anders aus: Es werden nach und nach im Verlaufe der Legislaturperiode 4000 neue Lehrer eingestellt und der Unterrichtsausfall wird dadurch bekämpft, dass Elternsprechtage und Ganztägige Konferenzen außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden sollen.

Fehlt nur noch die Regelung, dass auch Erkrankungen von Lehrern nur noch in den Ferien erlaubt sind - und der Unterrichtsausfall ist besiegt!

Bleibt abzuwarten, was mit den 2400 zusätzlichen Lehrern und Betreuern im Ganztagsbereich der Grund- und Hauptschulen wird. 

(BB - 15. Juni 2005)

 

Ergebnisse der achten Koalitionsrunde von FDP und CDU

Auszug aus der Internetseite der FDP

....

„ ...Einigung haben FDP und CDU zudem bei der Einstellung neuer Lehrer erzielt. Innerhalb der neuen Legislaturperiode sollen 4000 neue Lehrerstellen in NRW zu schaffen. Dieses Vorhaben soll unter anderem durch den Abbau von 1,5 Prozent der Stellen in der inneren Landesverwaltung finanziert werden. Zur Sicherung des Unterrichts sollen Konferenzen oder Elternsprechtage an den Schulen in Zukunft in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden. Um das Ganztagsangebot insbesondere an den Grund- und Hauptschulen auszubauen sollen rund 2400 Lehrer beziehungsweise Betreuer eingestellt werden. Dazu sollen jährlich 120 Millionen Euro vom Land zur Verfügung gestellt werden. ...“

:

Quelle: Internet, 15.06.2005

 http://www.fdp-nrw.de/webcom/show_article.php/_c-522/_nr-196/_p-1/i.html

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