Grundschultage
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21. landesweiter Grundschultag in KölnFreitag, 30. April 2004 in der Europaschule 9:00 - 16:30 Uhr Grußwort von Gisela Cappel, Vors. der LG NW des GSV
Leistungsstandards der Schule oder
Bildungsansprüche der Kinder? 11.00 Uhr bis 15.30 Uhr Arbeitsgruppen ganztägig: 9.00 Uhr – 16.30 Uhr Grundschulmarkt
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Begrüßungsrede zum 21. Grundschultag Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Landesvorsitzende Gisela Cappel auf dem Grundschultag in Köln am 30.4. (Es gilt das gesprochene Wort.) Liebe Kolleginnen und
Kollegen, liebe Gäste, Gerne sage auch ich an
dieser Stelle Dank, deshalb
rücke ich ihn an den Anfang: · Dank geht auch an die Stadt Köln und die Europaschule: ohne ihr Entgegenkommen und ihre Unterstützung hätten wir Veranstalter das heutige Angebot nicht machen können. · Meinen Dank richte ich auch an den Referenten Prof. Brügelmann und genau so an die vielen Helfer und Moderatoren, die diese Riesenveranstaltung mit den 60 Arbeitsgemeinschaften möglich machen und mitgestalten. · Schließlich danke ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, dafür, dass Sie unsere Veranstaltung wieder einmal wichtig nehmen - 1200 TeilnehmerInnen ist eine beeindruckende Zahl. Sie bezeugen ihr ungebrochenes Interesse am Grundschultag. Ich sehe außerdem viele junge Kolleginnen und Kollegen unter uns, deren Interesse wir geweckt haben. Ihnen und uns wünsche ich, dass dieses Interesse andauert. Richten Sie es bitte nicht nur auf die Information über aktuelle Arbeitsmittel und die Fortbildung für den Alltag, so wichtig diese Anliegen auch sind. Richten Sie es bitte besonders auf die wichtige Dimension als Forum für bildungs- politische Gespräche und Initiativen. Hinter dem Bedarf an Information und Fortbildung steht ja immer die Frage nach den Zielen und Wegen unserer Arbeit in der Schule. Um im Bild des Mottos dieses Tages zu sprechen: Was wird aus dieser Baustelle Grundschule? Ich möchte hier vier Problembereiche ganz kurz anreißen mit Blick auf die Kinder und ihre Bildungschancen: Ganztagsschule: Wenn
die Aussage: „Unsere Kinder haben zu wenig, dazu schlecht
rhythmi-sierte Lernzeit für das umfangreiche Bildungs- und
Erziehungsprogramm der Grundschule“ als richtig angenommen wird, dann
müssen wir folgerichtig die Ganztagsschule für alle Kinder einrichten.
Wir müssen im Interesse der Kinder den Vormittag entzerren und umgestalten und die gemein-same verbrachte Zeit ausdehnen. Erst dann können wir die Persönlichkeitsentwicklung umfassend fördern. Kann die OGGS den Weg dahin ebnen? Vergleichsarbeiten / VERA: Wenn die Lernpsychologie und unser aller Erfahrungen belegen, dass verschiedene Individuen unterschiedliche Lernwege - selbst zu denselben Zielen - in unterschiedlichen Zeiten bewältigen, dann ist es nicht folgerichtig, solche Punktmessungen durchzuführen. Sie machen keine ausreichende Aussage über Lernstände und Lernfortschritte. Erreicht wird da-durch sicher nicht die bessere individuelle Förderung, auf die die Kinder Anspruch haben. Unsere Kompetenz zur Förderung wird dadurch sicher auch nicht erweitert. Was, so frage ich, soll dann mit diesen Maßnahmen für die Kinder erreicht werden? Warum werden sie an die Stelle der Parallelarbeiten gesetzt? Diese haben doch viele selbstkritische Gespräche z. B. über Ziele, Unterrichtsformen und Bewertungsmaßstäbe in Gang gesetzt und so sinnvolle Entwicklungsarbeit unterstützt. Gegliedertes
Schulsystem – Auslese in Kl. 4: Wenn
viele Kinder und Jugendliche in anderen Ländern nach den Ergebnissen
der internationalen Studien bessere Lernergebnisse erzielen, weil sie
länger gemeinsam in heterogenen Gruppen – also miteinander und von
einander – lernen, dann ist es nicht folgerichtig, eine möglichst
kurze Grundschulzeit anzustreben und das gegliederte Schulsystem zu
verteidigen. Vielmehr müssen wir Erwachsenen, vor allem die politischen Entscheidungsträger, im Interesse der Schülerinnen und Schüler die Berechtigung des gegliederten Schulsystems in Frage stellen. Jahrgangsgemischtes Arbeiten
– neue Eingangsstufe: Wenn wir die Verschiedenheit der Kinder
und damit auch ihre individuellen Lernprofile anerkennen und würdigen,
entwickeln wir notwendig offene, differenzierte Unterrichtskonzepte. Aus
diesen heraus ist die Alters-mischung noch ein weiterer Schritt zur
Individualisierung des Lernens in der Gemeinschaft. Der GSV unterstützt diese
Entwicklung. Es fehlen derzeit aber Konzepte, angemessene Freiräume
für Zeitpläne in den Schulen, Fortbildung, Unterstützung. Ich weiß, wir alle haben mit etlichen „Baustellenbereichen“ mehr zu tun! Ich unterstelle dem Schulministerium als „Baustellenleitung“ auch
durchaus die Absicht, die Grundschularbeit weiterentwickeln und mit dem
Ziel der bestmöglichen Förderung aller Kinder verbessern zu wollen. Diese Ziele können aber nicht ohne die Verständigung und ohne
Beteiligung der Experten in den Grundschulen erreicht werden. Es mangelt
an Partizipation, die wir im demokratischen Gemeinwesen erwarten können
und mit aller Deutlichkeit einfordern Wir als aktive Vertreterinnen und Vertreter von GEW und GSV melden uns im Interesse der Lehrerinnen und Lehrer, vor allem auch im Interesse der Grundschulkinder zu Wort. In den vergangenen Jahren war es für uns schwierig, in den Medien und gegenüber dem Ministe-rium Gehör zu finden, obwohl schulische Bildung und Erziehung brennend aktuelle Themen in der Gesellschaft sind. Ich möchte deshalb heute an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen eindringlich appellieren: Reden Sie in der bildungspolitischen Diskussion mit! Unterstützen Sie als Experten der Grundschulpraxis unsere Bemühungen. Unterstützen Sie unsere Organisationen durch Mitgliedschaft und aktive
Teilnahme an Veranstaltungen und Aktionen! Die Zahl der Menschen, die hinter unseren Programmen und Erklärungen stehen, verleiht unseren Äußerungen das notwendige Gewicht. Ich wünsche uns – am besten schon heute - anregende Gespräche an
unseren Ständen. Ich wünsche uns anregende Arbeitsgemeinschaften und einen insgesamt erfolgreichen Grundschultag. Vielen Dank!
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