Umbau der Sonderpädagogik
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Seite neu am 13. Dezember 2007 |
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Erklärte Absicht und/oder Realität ?! |
| Stellungnahme der Landesgruppe NRW des Grundschulverbandes |
| Hier der Inhalt des Briefes, den Kollegin Beate Schweitzer für die Landesgruppe an das Ministerium schrieb. Den ganzen Brief an Frau Ministerin Sommer gibt es auch als pdf-Datei. |
| Die Landesgruppe meint: |
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Die Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung ist eines der Arbeitsgebiete des Grundschulverbandes. Die Forderung nach einer individuellen Förderung in integrierten Systemen gehört seit langem zu den Kernpunkten der pädagogischen und bildungspolitischen Ausrichtung des GSV. In Bezug auf die sonderpädagogische Förderung begrüßen wir daher alle Maßnahmen, die der Qualitätsentwicklung des Gemeinsamen Unterrichts dienen. Auf diesem Hintergrund können wir das vorliegende Eckpunktepapier nur differenziert nach seiner Absichtserklärung und den angestrebten Realisierungsüberlegungen bewerten. Positiv bewerten wir die Absicht einer möglichst frühzeitigen, präventiv ausgerichteten (sonder)pädagogischen Förderung. Wir unterstützen daher alle Maßnahmen, die dazu dienen o Kinder und Jugendliche frühzeitig zu fördern, auch ohne ein formelles Verfahren zu beantragen oder gar abschließen zu müssen, o diese Förderung integrativ zu organisieren, o die verschiedenen Kompetenzen zu bündeln und o die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Unterstützungssysteme zu fördern. Negativ bewerten wir die diese Zielsetzung relativierende und einschränkende Aussage, dass für die angestrebte Integration „die Voraussetzungen ... gegeben sein müssen.“ Mit dieser Relativierung sehen wir insbesondere für Kinder mit dem Förderschwerpunkt ‚Lernen’ weiterhin nicht die grundsätzliche Entscheidung für eine integrative Förderung gegeben. Ignoriert werden damit z.B. die Forschungsergebnisse des Hamburger Erziehungswissenschaftlers Prof. Hans Wocken, der in seinen Untersuchungen die angestrebten Lernzuwächse von Kindern an Förderschulen mit dem Schwerpunkt ‚Lernen’ sehr kritisch beleuchtet. Auch die in der neuesten PISA-Studie wieder einmal bestätigte hohe Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft wird damit weiter festgeschrieben, da ein Großteil der Kinder an diesen Förderschulen aus sozial benachteiligten Familien stammt. Das Eckpunktepapier bleibt daher in seinen Realisierungsabsichten hinter der eigenen Zielsetzung zurück. Der GSV fordert daher o das Menschenrecht auf Bildung endlich für alle Kinder einzulösen und kritisiert weiterhin und nachdrücklich die auf Selektion beruhenden Schulstrukturen o die politisch Verantwortlichen auf, endlich die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Anspruch auf eine integrierte individuelle Förderung auch umgesetzt werden kann. Wir begrüßen, dass die neue Organisationsform zunächst erprobt wird. Wir sehen allerdings, dass der zeitliche Vorlauf und die formalen Vorgaben für die Antragstellung sehr eng sind und erwarten dennoch, dass bei der Genehmigung zur Teilnahme am Pilotprojekt sorgfältig geprüft wird, ob die Beiträge des Schulträgers den Kriterien des Eckpunktepapiers genügen und ob tatsächlich die Zustimmung aller im Einzugsbereich liegenden Schulen eingeholt wurde. Bei dieser Phase der Erprobung wird darauf zu achten sein, o ob die Schulträger ihre Kompetenzzentren so unterstützen, dass das angestrebte dichte Fördernetz „rund um das einzelne Kind“ tatsächlich realisiert wird. o ob der Aufbau der Prävention mit dem zur Verfügung gestellten Lehrerstellenzuschlag gelingen kann, o dass die zusätzliche Präventionsarbeit nicht zu Lasten der bisher zu leistenden Aufgaben von Grund- und Förderschule geht, o ob die Entscheidungen über Diagnostik, Beratung und Prävention tatsächlich von allen Beteiligten unbürokratisch („auf gleicher Augenhöhe“) gefällt werden.
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