Seitenübersicht:

Bündnis für eine zukunftsfähige Grundschule

Aufruf
zu den Landtagswahlen 
2000

Wir, an Grundschule interessierten Menschen aus Kinderschutzbund, Elternverbänden, Gewerkschaft und Grundschulverband, fragen die politisch Verantwortlichen in unserem Land, was sie dazu beitragen werden, Grundschule als Schule für alle Kinder zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die Grundschule muss die Schule bleiben, in der das Lernen aller Kinder nach ihren individuellen Voraussetzungen umfassend gefördert wird und in der Grundlagen für die weitere Entwicklung der Bildung gelegt werden.

Die Grundschule muss die Schule bleiben, die Lernfreude und Lernzuversicht aller Kinder erhält und weiterentwickelt.

 

Unsere Ziele:

Alle Kinder müssen

  • gleiche Lernchancen erhalten

  • Schutz vor Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren

  • in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert werden

  • in ihrer individuellen Leistungsentwicklung unterstützt werden

  • in der Wahrnehmung ihrer Rechte gestärkt werden

  • sich als handelnde Personen selbst erfahren können

  • Verantwortung für die Zukunft übernehmen können

Wir fordern:

  • die gesetzliche Verankerung des Rechtsanspruchs auf gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen

  • den Erhalt des Muttersprachlichen Unterrichts für Kinder mit Migrationshintergrund und zielgerichtete Förderung von Deutsch als Zweitsprache

  • die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen für Kinder in Schulen benachteiligter Stadtteile und Regionen

  • die Einrichtung von eigenen Angeboten zur Qualifizierung für Eltern als Beteiligte an der Schulmitwirkung

  • das Schaffen von Ressourcen für die Wahrnehmung der verpflichtenden Teilnahme von Pädagogen und Pädagoginnen an Fortbildung

  • Den Erhalt des notenfreien Raums in Klasse 1 und 2 und Einrichtung der Möglichkeit der notenfreien Rückmeldung über Lernfortschritt und Leistungsstand auch in Klassen 3 und 4

  • die Einrichtung der qualifizierten ganzen Halbtagsschule mit der entsprechenden Ausstattung und damit den Ersatz des Modells der "Schule von 8 - 13 Uhr"

  • Möglichkeiten zur Einrichtung der sechsjährigen Grundschule als Modellversuch zur Fortsetzung integrativer Lernprozesse

  • die Ausweitung und Intensivierung des bisherigen Begegnungssprachen-Konzepts statt Englisch als verpflichtendem Fach ab Klasse 3

  • Orientierung des Einsatzes von neuen Medien an dem Konzept ganzheitlichen Lernens in der Grundschule und an dem Anspruch sozialer Chancengleichheit

  • Zeit für Kooperations- und Teamarbeitsprozesse, der durch eine entsprechende Berechnung der Lehrerarbeitszeit Rechnung getragen werden muss

Die Umsetzung unserer Forderungen setzt die Bereitstellung zusätzlicher personeller und sächlicher Ressourcen voraus. Diese Investitionen sind ein Beitrag zur Zukunftssicherung.

Eltern und Kinder, Lehrer und Lehrerinnen und andere professionelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind als gleichberechtigte Partner an der Entwicklung und Umsetzung vorgegebener und selbst gesteckter Ziele beteiligt. Sie fordern die Politiker und Politikerinnen auf, die Verantwortung für Bildung und Erziehung in der Grundschule gemeinsam mit ihnen zu tragen.

Münster, März 2000

 

Die Unterzeichner/innen:

Baldur Bertling (GSV, LG-NRW), Rixa Borns (GEW), Maria Breddermann (GSV, LG-NRW), Marlene Bremer (LAG), Gisela Cappel (GSV, LG-NRW), Gertraud Greiling (GSV, LG-NRW), Marlies Hergarten (GSV, LG-NRW), Waltraud Hostettler (DKSB), Helmut Kaufung (GEW), Elke Kehl (GEW), Gabi Ortner (GSV, LG-NRW), Barbara Schlottmann (GSV, LG-NRW), Heidi Schrader (AHS), Beate Schweitzer (GSV, LG-NRW), Ingrid Söhlke (LEGS), Ruth Wienecke (GSV, LG-NRW), Klaus Ulrich Wolf (LEGS), Marion Zappe (GSV, LG-NRW)

 

AHS = Aktion humane Schule
DKSB = Deutscher Kinderschutzbund
GEW = Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
GSV, LG-NRW = Grundschulverband Landesgruppe MRW
LAG = Gemeinsam leben / gemeinsam lernen
LEGS = Landeselternschaft Grundschule

 

Zurück zur Seitenübersicht