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Seite neu am 26. Mai 2008

Zukunftsberuf Lehrer

Grundschulverband NRW zur Initiative der Landesregierung:
 „Zukunftsberuf Lehrer/in Nordrhein-Westfalen“

Grundschulverband Landesgruppe NRW - in Kooperation mit dem Studienseminar Hagen, Seminar für das Lehramt GHRGe (Grundschule) -  Februar 2008

 Wann sollten Sie
Grundschullehrerin oder Grundschullehrer werden?

In einem zweiseitigen Informationsblatt haben wir für die Diskussion mit Interessierten zusammengefasst, welches die grundlegenden Anforderung an unseren Beruf sind.

  • Zum Ausdrucken gibt es die Blätter als pdf-Datei - mit einem Mausklick auf die verkleinerte Darstellung.

  • Zum Nachlesen findet sich der Text weiter unten.

        

 

Wann sollten Sie
Grundschullehrerin oder Grundschullehrer werden?

 

Sie mögen Kinder - auch solche, die Probleme haben.

 Sie singen oder spielen gern und haben Freude daran, Kinder zu begeistern.

 Sie sind neugierig auf die Fragen und Erklärungsmuster von Kindern.

 Sie sind bereit, Kinder ernst zu nehmen, denn Sie wissen,
dass es viele Kinder mit problematischen Erfahrungen gibt.

 Sie finden es spannend, z.B. Lern- und Entwicklungstheorien zu kennen
und auf die Erziehung von Kindern anzuwenden. 

Sie sind ein kommunikativer Typ und arbeiten gern im Team.

 Es interessiert Sie, wie Lernen „funktioniert“
und wie man kindgemäß Sachverhalte vermittelt. 

Sie sind bereit, Ihr Bild von der Rolle als Lehrer/in zu überdenken.

 In der Grundschule begegnen wir kleinen Menschen, die fröhlich und unverstellt sind. Sie sind neugierig und wollen in aller Regel unbedingt lernen.

Sie lieben ihre Lehrerinnen und Lehrer und mögen erzogen und geführt werden, denn sie brauchen Hilfe und Orientierung auf dem Weg zu einem selbständigen Erwachsenen.

Das sind großartige Bedingungen für jemanden, der gern mit Menschen arbeitet.

Natürlich ist die Erziehung und die Führung von Kindern nicht immer nur reines Vergnügen. Diese kleinen Menschen haben ihre Energien, Ängste und Aggressionen, die uns zu schaffen machen und es ist eine große Herausforderung wenn die Schulgesetze verlangen, dass  jedes Kind individuell zu fördern ist.

Viele gute Lehrerinnen und Lehrer schaffen es, dass sich Kinder angenommen fühlen, dass sie gern und gut lernen, dass sie bereit sind zu üben und etwas zu leisten. 

Ein guter Umgang mit Kindern, sie etwas lernen zu lassen und – was besonders wichtig ist - ihnen zu helfen, selbstständiger zu werden, das  bedarf  qualitätsvollen professionellen Handelns.

Kompetenzen,
die GrundschullehrerInnen haben sollten

(Relevant neben den weiteren Funktionen der Rahmenvorgabe)

Erziehungskompetenz  

Entwicklung eigener Erziehungskonzepte im Kontext schulischer Bedingungen -  dazu gehören Kenntnisse über ...

o Eigenarten, Bedürfnisse, Fähigkeiten von Kindern ,

o Entwicklungspsychologie,

o Familien- u. Kindheitsmuster,

o Erziehungsprobleme und Störungen,

o Migrationszusammenhänge und resultierende Schwierigkeiten,

Diagnostische Kompetenzen und Beobachtungskompetenz

Das sind z.B. Kenntnisse von Symptomen und Testverfahren bzgl.

o kindlicher Entwicklungsprozesse (insbes. im Bereich d. Wahrnehmung)

o fachspezifischer Entwicklungen (z.B. Aufbau der Lesekompetenz) und Defiziten (z.B. LRS, Dyskalkulie) 

o Lernentwicklungen

Kompetenz zur kindgemäßen Gestaltung von Lernprozessen 

Das meint reflektierte Handlungskompetenz. Z.B.

o Fähigkeit zur Gestaltung guten Unterrichts, der auch erziehender Unterricht ist, (Neugier wecken, Lernbereitschaft erhalten, zu Mündigkeit und Selbstständigkeit führen, teamfähig machen).

o Kindgemäße Vermittlung.

o Entwicklung einer Leistungskultur - Das Lernen lehren.

o Kindgemäße, lernförderliche Rhythmisierung des Schultages.

o Lernbegleitung und individuelle Förderung als Konsequenz von Beobachtung und Diagnose.

o Gestaltung von Lernumgebungen.

o Kooperation und Teamfähigkeit der Lehrenden.

Bereitschaft zur bedarfsgerechten Gestaltung des Schullebens 

Schule ist als Ganzes und als Teil der kindlichen Lebenswelt zu verstehen. Man braucht

o Kenntnis über gesellschaftliche Anforderungen und Veränderungen,

o Kenntnis des schulischen Umfeldes, um dies in ihre Konzepte einzubeziehen,

o Kompetenz zur Gestaltung des Schullebens im Alltäglichen und im Besonderen im Sinne der Erziehung zur Mündigkeit und Selbstständigkeit und der Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen,

o Fähigkeit zur Gestaltung des Schullebens im Alltäglichen und im Besonderen, so dass Schule ein Ort der Geborgenheit und Verlässlichkeit ist und vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten bietet.

Professionalität im Umgang mit Eltern

o Kenntnisse bzgl. der Gestaltung von Gesprächen, auch Konfliktgesprächen,

o Fähigkeit des Austauschens und zur professionellen Beratung auch bzgl. Erziehung und Förderung im häuslichen Umfeld,

o Empathiefähigkeit in Bezug auf häusliche Gegebenheiten.

Text: Rosemarie Möhle-Buschmeyer