Lehrerausbildung - auf dem Weg zum Gesetz
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Seite neu am 28. September 2008

GSV Landesgruppe NRW - Vorstandsbeschluss am 28. September 2008

Ist das neue Gesetz zur Reform der Lehrerausbildung eine Chance für eine bessere Grundschullehrerausbildung?

 Wünsche aus Sicht der Grundschule:

(auch als pdf-Datei zum Ausdrucken)

 Neben den spezifischen pädagogischen Kompetenzen ist in der Grundschule auch Fachkompetenz unverzichtbar. Das Studium sollte - wie bei anderen Lehrämtern auch – eine hohe Fachkompetenz in den grundschulspezifischen Fächern vermitteln, zudem kann nur so Polyvalenz erreicht werden.

Auszubildende Lehrer und Lehrerinnen brauchen Zeit, um den Praxisanforderungen gerecht werden zu können und um professionelle Routinen aufzubauen. Ein 12-monatiger Vorbereitungsdienst, der auch noch die Prüfungsphase beinhaltet, kann dieser Notwendigkeit nicht gerecht werden.

 Die Kooperation in den verschiedenen Praxisphasen muss institutionalisiert werden. Schulen brauchen dafür Ressourcen.

Schulen sollten nicht unbesehen bzw. selbstverständlich Ausbildungsschulen sein.

Der Vorbereitungsdienst soll künftig mit einem hohen Anteil an eigenverantwortlichem Unterricht beginnen. Die Ausbildung wird dann durch die Schulen sehr intensiv begleitet werden müssen.

Nicht alle Schulen und Lehrkräfte sind derzeit qualifiziert genug, um den aktuellen fachwissenschaftlichen und didaktischen Standards entsprechend ausbilden zu können.

Schulen und die ausbildenden Lehrkräfte müssen für diese Aufgabe qualifiziert werden und sowohl Unterrichtsqualität als auch Ausbildungskompetenz nachweisen. Schulen (auch Schulleitungen!) brauchen dazu zusätzliche Ressourcen und Qualifizierungsangebote. Im Prozess der Ausbildung brauchen sie ein Angebot zur fachlichen Begleitung und zur Supervision.

 Bei den Praxisphasen sind die Belange und Spezifika der Schulformen bezogen auf die Ausbildung der Lehramtsstudierenden zu berücksichtigen.

Grundschulen sind häufig recht kleine Systeme und die sozialen Gefüge in den Lerngruppen sind sensibel, d.h. Kinder brauchen stabile Beziehungen und eine empathische, verlässliche und professionelle Führung. Ein häufiger Wechsel von Praktikanten wirkt sich hier schnell störend aus. Grundschulen können deshalb nur begrenzte Anzahlen von Praktikanten verkraften.

 In besonderer Weise ist zu berücksichtigen, dass in Grundschulen das Klassen- und Schulleben zum schulischen Lernen gehört, zudem ist ein fächerübergreifendes Lernen in sinnvollen komplexeren Zusammenhängen erwünscht.

Den Schulen muss insgesamt die Möglichkeit zugestanden werden, beim Einsatz der Lehramtsanwärter und Lehramtsanwärterinnen und der Praktikanten eigenverantwortlich schulform- und schulspezifischen Erfordernissen gerecht zu werden, d.h. Schulen brauchen einen entsprechenden Entscheidungsspielraum. Dabei darf die Versorgung der Schule aber nicht entscheidungsleitend sein.

 Für den Vorstand, R.Möhle-Buschmeyer

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